ANDRE SCHMIDT
Gebrauchslieder zwischen Jazz und Chanson

Neue Songs

September 30th, 2011 by Andre Schmidt

Unter “Lieder” gibt es zwei neue Songs, “Ausnahmsweise Zweifelsfrei” und “September.” Wer den Text zu “Ausnahmsweise Zweifelsfrei” beim Hören mitlesen möchte, findet ihn in der Online-Lounge des sehr zu empfehlenden neuen Buchs “Handbuch für Songtexter” von Edith Jeske und Tobias Reitz. Hier der Link:

http://songtexte-schreiben-lernen.de/blog/?page_id=2357&preview=true

 

 

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Neue Termine

Juni 30th, 2011 by Andre Schmidt

Hier die aktuellen Termine. Zusammen mit Dirk Schaadt am Klavier:

15.07. Wegberg, La Toscana
25.08. Schladern, Elmores

“Aphrodite aus dem Gartenteich”, so heißt ein Lese- und Konzertprogramm von Armin Bings und mir. Armin Bings liest seine Glossen, Kurzgeschichten und Gedichte, ich spiele meine Songs, gemeinsam pflegen wir den Blick auf das Erhabene neben dem Lächerlichen. Zu sehen an folgenden Tagen:

19.07. Homberg, Bürgertreff
30.09. Köln, Theater Wohngemeinschaft
06.10. Erkelenz, Stadtbücherei
09.10. Köln, Café Franck
13.10. Dortmund, Eliaskeller

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Talkshow und Songwriting?

März 28th, 2011 by Andre Schmidt

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Im Gitarrenladen

Januar 8th, 2011 by Andre Schmidt

Im Gitarrenladen
Schnell ging es nicht mit dem Erwachsenwerden. Viele von uns werden wohl auch in zehn Jahren nicht auf Converse-Turnschuhe, Röhrenjeans und Retro-Trainingsjacke verzichten können. Und dann all die kleinen Spielzeuge in unserm Alltag, mit denen wir zwar arbeiten sollten, die wir am Ende aber eher zum Daddeln nutzen. Oder wir erfreuen uns an der Schönheit des Designs. Nicht, dass dagegen was zu sagen wäre. Schon gar nicht als Musiker. Wir haben schließlich irgendwann die Entscheidung getroffen, dass wir uns lebenslang mit dem Spielzeug beschäftigen wollen, das uns seit Kindheit oder Pubertät fasziniert. Und so haben wir halt eine offizielle Entschuldigung dafür, dass wir auch mit fortschreitendem Alter in Spielwarengeschäften rumhängen dürfen. Nur heißen diese Läden bei uns „Musikgeschäft“. Bei den Streichern und Bläsern sind diese oft an eine Werkstatt angeschlossen und die Gestaltung des Geschäfts nimmt sich ausgesprochen nüchtern aus. Dann gibt es noch die Piano-Häuser, die immer noch ein wenig bildungsbürgerliche Patina des 19. Jahrhunderts verbreiten.

Ganz anders dagegen ein Gitarrenladen. Schon die Auslagen der Schaufenster bieten dem Auge des Betrachters so viele Farben, dass man den Vergleich mit dem Spielzeugladen nicht scheuen muss. Bei den Instrumenten selber dominieren meist noch dunkle und gedeckte Farben, dafür kommen die vielen kleinen Effektgeräte wesentlich schriller daher. „Spiel mich, und dann wird auch dein biederes Blues-Solo bunter“ suggerieren sie uns. Bei den Verstärkern dominiert das Retro-Outfit. Wenn der Sound schon digital statt von den alten Röhren erzeugt wird, so soll uns wenigstens das Gehäuse in die guten alten Zeiten von Jimmy Page, Ritchie Blackmore oder Jimi Hendrix zurückversetzen.

Ein Besuch im Gitarrenladen ist ein Fest für alle Sinne. Irgendjemand probiert einen Verstärker aus und man kann wetten, dass man einen der folgenden Songs hört: Metallicas „Enter Sandman“ (E-Gitarre, verzerrt), Nirvanas „Smells like teen spirit“ (E-Gitarre, verstimmt) oder Pink Floyds „Wish you were here“ (12-saitige Akustik-Gitarre, extrem verstimmt). Es verfolgt einen überall: Hits, Hits, Hits. Auf Stadtfesten („Spielt mal I will survive!“) und während des Unterrichtens („Wie lange dauert es, bis ich Tears in Heaven spielen kann?“), warum sollte es im Gitarrenladen anders sein?

Wer immer noch glaubt, Rockmusik habe nichts mit Kapitalismus zu tun, der lausche einmal den Gesprächen im Gitarrenladen, in denen es in der Regel um Instrumentenpreise, Dollarkurs und Chinaimporte geht. Dauerbrenner ist aber die Idee vom „warmen Sound“. Das Gegenteil davon: „Klingt wie Plastik“. Alles, was man hier kauft, kann nur das eine oder das andere sein.

Gitarrenläden sind Sehnsuchtsorte. Und am größten ist die Sehnsucht nach dem Authentischen. Dazu kommt ein fast religiöser Glaube an die magischen Klangeigenschaften bestimmter Produkte. Erinnert ein bisschen an Apple. Die haben ja jetzt schon den Gitarrenunterricht für sich entdeckt. Über das Apple-Programm „Garage Band“ kann man Videos downloaden, auf denen Sting, Clapton oder Slash höchstpersönlich ihre Songs erklären. Auf welche Ideen würde Steve Jobs wohl in einem Gitarrenladen kommen? Einen anderen musikalischen Sehnsuchtsort hat Apple mit I-Tunes ja auch schon erfolgreich digitalisiert: den Plattenladen.

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Kunst und Pädagogik

Januar 8th, 2011 by Andre Schmidt

Alle haben es getan. Bach, Mozart, Ellington, Weill, Sting. Und doch wird so selten darüber geredet. Ist es denn so ein schreckliches Geheimnis? Ein Tabu? Egal, wir sprechen es mal aus: Musiker unterrichten. So, jetzt ist es raus. Die meisten Musiker, die Miete zahlen, haben Instrumentalschüler, dirigieren Laien-Chöre oder leiten Feuerwehr-Big-Bands. Zugegeben: Das strengt zuweilen an. Manchmal bereitet es ein großes Vergnügen. Aber die meiste Zeit ist es normal. Trotzdem trifft man hin und wieder auf Kollegen, denen es unangenehm ist, darüber zu reden, dass sie „es“ tun: Unterrichten.

Der Gegensatz von Kunst und Pädagogik: Wer an einer Musikhochschule studiert, lernt ihn schnell kennen und fügt sich demütig in eine scheinbar Gott gegebene Hierarchie ein. Am größten ist das Renommee der rein künstlerischen Abschlüsse. Es folgen die Instrumental-Pädagogen und Schlusslicht sind die Schulmusiker. Es gilt die Regel: Je mehr Pädagogik, desto weniger Ansehen. Tragischerweise heißt es jedoch später außerhalb des Mikrokosmos Musikhochschule: Je mehr Pädagogik, desto mehr Festanstellung. Und da knicken manchmal sogar die wildesten Künstlernaturen ein. Dankbar nimmt man dann ein Quereinsteiger-Angebot an einer Gesamtschule an, oder zieht in eine ländlich abgelegene Region, um noch eine der seltenen Festanstellungen an einer Musikschule zu ergattern. Oder es bahnt sich schon während des Studiums eine Verbindung von kulturellem und BAT-Kapital an: Diplom-Jazz-Posaunist heiratet Schulmusikerin. Oft treffen sich die alten Kommilitonen mit ihren künstlerischen, instrumentalpädagogischen und Schulmusik-Abschlüssen am Kaffeeautomat einer Musikschule wieder.

Groß ist die Kunst, klein der Mikrokosmos. Draußen in der freien Wildbahn fallen die Unterscheidungen weniger subtil aus. All die feinen Begrifflichkeiten, die für Musiker auf der Skala persönlicher Eitelkeiten unendlich weit voneinander entfernt liegen, erscheinen den meisten Leuten so unverständlich wie die Gesundheits-Reform. „Musikschule oder Musikhochschule – gibt es da einen Unterschied?“ „Diplom-Schlagzeuger, aha – Kann man das wirklich studieren?“ Wer schon mal auf einem Juristen-Ball gespielt hat, wo manche Leute erst in den Beifall einstimmen, nachdem sie sich vergewissert haben, dass ihr Vorgesetzter auch applaudiert, sollte dankbar dafür sein, dass künstlerische Hierarchien eher feinnervig verlaufen. Und die meisten Leute behandeln Musiker ohnehin gleichwertig: Im wunderschönen Monat Mai, an einem Samstag irgendwo auf dem Land; zur Familienfeier spielt ein Streichquartett, eine Jazz-Combo oder eine Cover-Band. Zur Begrüßung fällt dann oft der Satz: „Ah, da kommen die Musikanten!“

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